Zur Geschichte der Gedenkstätte

Im Dezember 1990 wurde durch Beschluss der Magdeburger Stadtverordnetenversammlung die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg gegründet. Sie befindet sich seitdem im Gebäudekomplex der zuletzt vom DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) genutzten Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt. Von 1994 bis 2006 wurde die Gedenkstätte vom Land Sachsen-Anhalt in Kooperation mit der Stadt Magdeburg getragen. Seit 2007 gehört die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg zur Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt.

Teilansicht der Hofseite des aus rotem Klinker gemauerten Zellentrakts mit den an der Fassade aufgebrachten Zellennummern, Blick durch die Gitter eines Fensters des gegenüberliegenden früheren Gerichts- und späteren Vernehmergebäudes.
Zellentrakt, Hofseite (2015)
Innenhof der Gedenkstätte, Aufnahme 2014. Blick aus der Fahrzeugschleuse. Links die frühere Aufnahmebaracke, heute Infothek, dahinter der dreigeschossige Zellentrakt. Rechts im Bild das frühere Amtsgericht und spätere Vernehmergebäude.
Innenhof der Gedenkstätte (2015).
Blick in die Dauerausstellung der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg. Im Vordergrund Medienstationen, auf denen in Videointerviews ehemalige Inhaftierte über die Haftbedingungen berichten.
Blick in die Dauerausstellung (2015).

  

Die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg erinnert an die an diesem Ort in den Jahren 1945 bis 1989 durch die ostdeutsche Justiz, die Deutsche Volkspolizei und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR inhaftierten Opfer politischer Verfolgung.

Die Gedenkstätte trägt dazu bei, ein würdiges Gedenken an die Opfer politischer Gewalt zu ermöglichen und durch Forschung und historisch-politische Bildung die Erinnerung an die Diktatur in der SBZ/DDR (Sowjetische Besatzungszone/Deutsche Demokratische Republik) wach zu halten. Damit trägt sie auch dazu bei, aktuellen autoritären und antidemokratischen Strömungen entgegenzuwirken.

Die Aufgabenbereiche der Gedenkstätte umfassen die Beratung und Betreuung ehemaliger politischer Häftlinge und das Aufzeichnen ihrer Lebensberichte ebenso wie die politische Bildung für Schüler und Erwachsene in Form von Führungen, Projekttagen, der Präsentation von Ausstellungen, der Durchführung von Veranstaltungen und der Erstellung von Publikationen.

 
(Bildquelle: Sammlungsbestand Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg)