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Willkommen auf der offiziellen Internetseite der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg

Der 1873 bis 1876 als Amtsgericht und Stadtgefängnis errichtete Gebäudekomplex am Moritzplatz in Magdeburg-Neustadt diente von 1945 bis 1989 allen mit der politisch motivierten Verfolgung befassten ostdeutschen Strafverfolgungsorganen als Untersuchungshaftanstalt: zunächst der Justiz, ab 1952 der Deutschen Volkspolizei und ab 1958 dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR.

Die 1990 gegründete Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg erinnert an die mehr als 10.000 an diesem Ort in den Jahren 1945 bis 1989 inhaftierten Opfer politischer Verfolgung. Zur Wahrung eines würdigen Gedenkens werden die Besucherinnen und Besucher aufgefordert, sich angemessen zu verhalten.

 

 

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Aktuelles

 

Informationen für Besuche von Schulklassen und Erwachsenengruppen

Seit dem 15. Juni 2020 bieten wir wieder Führungen an und seit dem 25. August sind auch wieder Seminare und Projekttage für Erwachsenengruppen bzw. Schulklassen möglich.

Gemäß unseres Hygienekonzepts ist die Zahl der Teilnehmer hierbei auf 35 pro Führung bzw. pro Seminar beschränkt, bei Schülern auf eine Schulklasse. Die Gruppen werden hierbei in mehrere Kleingruppen aufgeteilt. Das gilt sowohl für die Führungen als auch für Projektarbeit im Ausstellungs- und Seminarbereich. Hier ist durch die Oberlichter eine ständige Belüftung der Räume gewährleistet. Die Projektmaterialien sind desinfiziert und hierfür einlaminiert.

Bei Rückfragen zum Ablauf und Programm rufen sie uns an unter 0391 244 5590 bzw. 0291 244 55923 oder schreiben Sie uns an unter info-moritzplatz(at)erinnern.org. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Corona-bedingte Bestimmungen für den Besuch der Gedenkstätte

Im Rahmen eines Besuchs der Gedenkstätte können die Dauerausstellung, der Zellentrakt und das Außengelände mit den Freigangzellen besichtigt werden.
Gemäß unseres Hygienekonzepts gelten für den Besuch der Gedenkstätte folgende Bestimmungen:
- Maximal 40 Besucherinnen und Besucher dürfen sich gleichzeitig im Gedenkstättengebäude aufhalten.
- Die aushängenden Abstands-​ und Hygieneregeln sind einzuhalten.
- Zudem müssen wir bei geführten Grupen sowie bei Seminaren, Projekttagen und Veranstaltungen die Kontaktdaten unserer Besucherinnen und Besucher zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten erfassen.
Während Ihres Besuches in der Gedenkstätte empfehlen wir Ihnen das Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Abdeckung, für Teilnehmer von Führungen ist dieses aufgrund der geltenden gesetzlichen Bestimmungen verpflichtend. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Förderung der Bildungsarbeit der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg durch die Landeshauptstadt Magdeburg

Wir freuen uns sehr, dass die Landeshauptstadt Magdeburg wie in den Vorjahren auch 2020 die Bildungsarbeit der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg unterstützt. Die projektbezogene finanzielle Förderung kommt u.a. dem Einsatz von zusätzlichen Zeitzeugen bei Projekttagen und Seminaren zugute.

Nachruf auf Melanie Kollatzsch (1927-2019)

Im Alter von 92 Jahren verstarb am 26. Dezember 2019 Melanie Kollatzsch, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg über mehr als zwei Jahrzehnte als eine an der Gedenkstätte sehr interessierte und in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen engagierte Zeitzeugin schätzen lernen konnten.

Melanie Kollatzsch wurde am 12. Juni 1927 in Zschipkau im zur preußischen Provinz Brandenburg gehörenden Landkreis Calau geboren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie in der britischen Besatzungszone bei den Alliierten, von wo aus sie im Mai 1947 ihre in der Altmark lebenden Eltern besuchte. Dort wurde sie von Angehörigen der sowjetischen Besatzungsmacht festgenommen, in die Landeshauptstadt Halle überführt und in das vom sowjetischen Staatssicherheitsdienst betriebene vormalige Zuchthaus „Roter Ochse“ eingeliefert. Mit dem Vorwurf des illegalen Grenzübertritts und der Spionage für die Westalliierten konfrontiert, fand sie sich neun Monate später als Angeklagte vor einem Sowjetischen Militärtribunal wieder. Der Verurteilung im Schnellverfahren folgte zunächst eine fast zwei Jahre andauernde Inhaftierung im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen. Nach ihrer Übergabe an die DDR-Behörden schlossen sich weitere Haftstationen in Bautzen, Torgau, Waldheim und Halle an. Erst im Oktober 1962 öffneten sich für Melanie Kollatzsch in Halberstadt die Gefängnistore.

In der DDR, in der es ihr schwerfiel, Fuß zu fassen, durfte sie über ihre lange Haftzeit und die Gründe hierfür nicht reden. Umso mehr engagierte sie sich nach der Friedlichen Revolution in der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands: Unzählige Male berichtete sie seit Mitte der1990er Jahre in der Gedenkstätte Moritzlatz Magdeburg vor Schulklassen über ihre infolge der willkürlichen Inhaftierung und Verurteilung verlorene Jugend, stand den Schülern als Zeitzeugin Rede und Antwort.

Ihre Erinnerungen leben in dem 2007 u.a. von der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg produzierten Film „Gesicht zur Wand“ fort. Wir werden Melanie Kollatzsch dankbar in guter Erinnerung behalten.