Veranstaltungsrückblick 2015

 

Gedenkstätte hat am Sonntag, dem 6. Dezember mit neuer Sonderausstellung geöffnet
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 6. Dezember 2015, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Am 6. Dezember 2015 hat die Gedenkstätte Moritzplatz wie an jedem ersten Sonntag im Monat von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. Besucher können sowohl das in weiten Bereichen im Originalzustand von 1989/90 erhaltene Hafthaus besichtigen als auch die Dauerausstellung der Gedenkstätte sowie die Ausstellung „Im Namen des Volkes? Über die Justiz im Staat der SED“.

Um 10.30 Uhr und um 14.00 Uhr finden öffentliche Führungen u.a. durch das Hafthaus der früheren MfS-Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt statt. Die Führungen beginnen jeweils auf dem Innenhof der Gedenkstätte. 

Desweiteren ist im Veranstaltungsraum im 1. Obergeschoss die neue, von der Landesbeauftragten für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes erstellte Sonderausstellung „Hammer, Zirkel, Stacheldraht – Zwangsarbeit politischer Häftlinge in der DDR“ zu sehen. Die Ausstellung thematisiert die Bedeutung der Zwangsarbeit für die DDR-Wirtschaft und gibt u.a. auch einen Überblick über die Einsatzbetriebe und -orte in Sachsen-Anhalt.

Der Eintritt ist frei!

 

Sonderausstellung "Hammer, Zirkel, Stacheldraht – Zwangsarbeit politischer Häftlinge in der DDR"
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 26. November bis 18. Dezember 2015

In Kooperation mit dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. zeigt die Gedenkstätte Moritzplatz vom 26. November bis 18. Dezember 2015 die von der Landesbeauftragten für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes erstellte Sonderausstellung zur Zwangsarbeit politischer Inhaftierter in der DDR.

Die Ausstellung thematisiert die Bedeutung der Zwangsarbeit für die DDR-Wirtschaft und gibt einen Überblick über die Einsatzbetriebe und -orte in der DDR und konkret in Sachsen-Anhalt. Sie fokussiert ebenso auf die Folgen von Zwangsarbeit und greift die Forderungen nach Anerkennung und Wiedergutmachung auf. Unter der Überschrift: „Hammer, Zirkel, Stacheldraht“ wird die Zwangsarbeit politischer Häftlinge im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt erstmals systematisch aufgearbeitet: Etwa 55 Haftstätten existierten hier zwischen 1945. In diesen Gefängnissen, Haftlagern und Arbeitserziehungskommandos oder auf Außenkommandos dieser Einrichtungen mussten politische Gefangene in ca. 180 Betrieben Zwangsarbeit verrichten: u.a. beim Thermometerbau in Aschersleben, im Walzwerk Burg, in den chemischen Kombinaten Buna und Bitterfeld, im Magdeburger MAW, in Bitterfelder Braunkohletagebauen oder im Kupferbergbau und der Kupferverarbeitung im Mansfelder und Sangerhäuser Revier.

Die Ausstellung kann – aufgrund von Veranstaltungen mit Ausnahme des 30. Novembers, 1. und 8. Dezembers 2015 – während der Öffnungszeiten der Gedenkstätte im Veranstaltungsraum im 1. Obergeschoss besichtigt werden.

 

Zugkontrolle und Hinterlandsicherung. Die Transportpolizei im Grenzbezirk Magdeburg. Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Jana Birthelmer
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, Veranstaltungsraum 1. OG, 15. Oktober 2015, 18.00 Uhr  

Jana Birthelmer, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, referiert über die Rolle der Transportpolizei der DDR im Grenzbezirk Magdeburg und stellt dabei deren Strukturen und Arbeitsbereiche vor. Im Fokus stehen dabei die Aufgaben der Transportpolizei in Bezug auf die Sicherung der Staatsgrenze West sowie der Arbeitsalltag im Verantwortungsbereich "Zugkontrolle", insbesondere in den 1980er Jahren. Basierend auf Akten der Transportpolizei und des Ministeriums für Staatssicherheit skizziert die Referentin anhand von Beispielen den Kontrollalltag der Transportpolizisten und schafft einen Einblick in das Agieren und Interagieren zwischen Reisendem und Kontrollinstanz im Zug.

Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, der BStU-Außenstelle Magdeburg und des Dokumentationszentrums des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. 

 

Tag des offenen Denkmals
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 13. September 2015, 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Am Sonntag, dem 13. September 2015, hat die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg zum Tag des offenen Denkmals von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Um 12:30 Uhr findet eine öffentliche Führung u.a. durch das Hafthaus der früheren MfS-Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt statt. Die Führung beginnt auf dem Innenhof der Gedenkstätte. Zum Programm, veranstaltet vom Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees und der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, gehören auch zwei Lesungen bzw. Vorträge.

Um 10.00 Uhr berichtet Michael Schlosser mit einer filmischen Dokumentation über seinen gescheiterten Versuch, mit einem selbstgebauten Leichtflugzeug aus der DDR in den Westen zu flüchten. Seine Flucht war infolge Bespitzelung durch den Staatssicherheitsdienst verhindert worden. Schlosser wurde inhaftiert und wegen versuchter Republikflucht verurteilt. Den Bau seines Flugzeuges, das im Innenhof der Gedenkstätte besichtigt werden kann, kann Michael Schlosser direkt am Objekt erklären.

Um 14.30 Uhr liest Bruni Adler aus ihren Büchern zu Erinnerungen an sowjetische Kinderheime und Zwangsarbeiterlager 1945-1948. Sie schildert die Schicksale von Waisenkindern aus dem ab 1945 sowjetisch verwalteten nördlichen Ostpreußen, die dort zum Teil in Kinderlagern verhungerten oder, soweit sie überlebt hatten, dann in der DDR oftmals absichtlich von ihren Geschwistern getrennt wurden. Über das, was diese Kinder durchmachen mussten, konnten sie lange Jahre zu niemandem sprechen, schließlich war in der DDR die Politik der Besatzungsmacht gegenüber Deutschen ein Tabuthema.

 

Neue Sonderausstellung: "Berliner Mauer - Fotos verboten". Die heimlichen Aufnahmen von Detlef Matthes in Ost-Berlin
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 9.7.-6.9.2015 

Für Detlef Matthes war die Berliner Mauer das Ende seiner Lebenswelt. Der Westen hinter der Mauer schien ihm unerreichbar. Trotzdem - oder gerade deswegen - fotografierte er die Mauer heimlich wieder und wieder. Er blieb unentdeckt, bis der Staatssicherheitsdienst seine Aufnahmen 1987 bei einer Wohnungsdurchsuchung fand. Die Folge waren mehrere Monate Haft in der zentralen Stasi-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen, bevor er im Vorfeld des Besuchs von SED-Chef Erich Honecker in der Bundesrepublik im Rahmen einer Amnestie entlassen wurde. Später durfte Detlef Matthes in den Westen ausreisen. Die Ausstellung kann im Veranstaltungsraum im 1. OG besichtigt werden. Der Eintritt ist frei!
Präsentiert als Kooperation des Dokumentationszentrums des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. mit der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg 

 

Neue Sonderausstellung: "Hillersleben - das Ende einer Armee"
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 5.7.-31.8.2015 

Im Sonderausstellungsbereich im Zellentrakt wird die vom Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. erstellte Sonderausstellung „Hillersleben – das Ende einer Armee“ gezeigt. Die 17 Schautafeln der Fotoausstellung zeigen Aufnahmen von des früheren Bürgerrechtlers Gerhard Ruden (Magdeburg), der die Hinterlassenschaften der Sowjetarmee unmittelbar nach deren Abzug aus Hillersleben im Jahre 1994 porträtiert hatte. Die Sowjetarmee nutzte die bisherige Heeresversuchsanstalt der Wehrmacht in Hillersleben seit Juli 1945 und errichtete auf dem Gelände riesige Kasernenkomplexe. Hillersleben war nun Standort der 47. Panzerdivision der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Der Eintritt ist frei!

Gedenkveranstaltung am 17. Juni 2015
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 17.6.2015, 11 Uhr

Zur Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 – der erste Versuch in der DDR, die Herrschaft der SED zu stürzen und damit die Freiheitsrechte der Bürger wiederzuerlangen und die Einheit Deutschlands wiederherzustellen – sowie zur Erinnerung an die Opfer der Niederschlagung dieses Volksaufstandes findet am 17. Juni 2015 um 11:00 Uhr eine Gedenkveranstaltung im Hof der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg statt.
Kooperationsveranstaltung mit der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in Sachsen-Anhalt e.V. und dem Bürgerkomitee Magdeburg e.V.

 

Neue Sonderausstellung: "Da war mal was ..."
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 7.-30.6.2015 

Vom 7. bis 30. Juni 2015 präsentieren das Bürgerkomitee Magdeburg e.V. und die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg im 1. OG (Veranstaltungsraum) der Gedenkstätte die Sonderausstellung „Da war mal was…“ mit Arbeiten des Comiczeichners und Cartoonisten Flix.

Der Eintritt ist frei!

 

Programm zum Internationalen Museumstag
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 17. Mai 2015, 10-17 Uhr

Zum Angebot der Gedenkstätte am Internationalen Museumstag gehören Führungen u.a. durch das Hafthaus der früheren MfS-Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt. Die Führungen beginnen um 10.30 Uhr, 13.30 Uhr und 16.00 Uhr jeweils im Innenhof der Gedenkstätte. 

Lesung / Zeitzeugengespräch mit Anne Hahn
Ab 14.30 Uhr ist im Veranstaltungsraum der Gedenkstätte die Autorin und gebürtige Magdeburgerin Anne Hahn (Berlin) zu Gast. Wegen eines Fluchtversuchs über die sowjetisch-iranische Grenze wurde sie 1989 in der MfS-Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt inhaftiert und anschließend zu sechs Monaten Haft verurteilt. Verarbeitet hat sie diese Erlebnisse u.a. in dem Roman „Gegenüber von China“ (2014), aus dem sie auch liest.

Sonderausstellung mit Grafiken von Wilhelm Sprick
Desweiteren sind ab dem 17. Mai Zeichnungen des Malers und Grafikers Wilhelm Sprick (Holzendorf/Meckl.), der 1946 eine durch ein Sowjetisches Militärtribunal wegen angeblicher Beleidigung und Verleumdung Stalins abgeurteilt worden war, zu seinen Hafterlebnissen u.a. in den sowjetischen Speziallagern Torgau und Sachsenhausen zu sehen. Diese Sonderausstellung des Dokumentationszentrums des Bürgerkomitees Magdeburg e.V., die sowohl an die Gründung der Speziallager vor 70 Jahren im Sommer 1945 als auch die Schließung der letzten Speziallager im Februar 1950 anknüpfen und an deren Opfer erinnern möchte, kann bis zum 30. Juni 2015 im Sonderausstellungsbereich im Zellentrakt besichtigt werden.

Der Eintritt ist frei!


Sonderausstellung „Wir müssen schreien, sonst hört man uns nicht…“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, Veranstaltungsraum im 1. OG, 3.-30.5.2015

Ab Sonntag, dem 3. Mai 2015 wird die von der Robert-Havemann-Gesellschaft Berlin erarbeitete Sonderausstellung „Wir müssen schreien, sonst hört man uns nicht…“ gezeigt, die sich mit dem Entstehen und Wirken von Frauen-Oppositionsgruppen in der DDR in den 1980er Jahren auseinandersetzt. Die gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees präsentierte Sonderausstellung ist bis zum 31. Mai 2015 im Veranstaltungsraum im 1. Obergeschoss zu sehen.

Ausstellung "Vom Zettelfalten zum freien Wählen. Die Volkskammerwahlen vom 18. März 1990“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 19.3.-28.4.2015

Thema der in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. präsentierten Ausstellung sind die ersten freien Wahlen zur DDR-Volkskammer am 18. März 1990, welche zugleich auch die letzten in der DDR waren. Die Ausstellung präsentiert original Wahlplakate, wie sie in Magdeburg während des Wahlkampfes zu diesen Wahlen an allen möglich und z.T. auch unmöglichen Orten geklebt wurden. Zugleich geben die Plakate die Vielfalt der sich damals nach 40 Jahren Einheitsliste den Bürgern zu Wahl stellenden Parteien und Wahlbündnisse, die heute selbst vielen Zeitgenossen kaum noch präsent sind, wieder. Die Ausstellung wird ergänzt durch Fotografien des Fotografen und Journalisten Matthias Pavel, der seinerzeit die Aktionen und Veranstaltungen des Wahlkampfes in Magdeburg in unzähligen Fotografien festgehalten hatte.
Die Ausstellung kann vom 19. März bis 28. April 2015 im Veranstaltungsraum (ehemaliger Gerichtssaal) im 1. Obergeschoss der Gedenkstätte Moritzplatz besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. 

 

Ausstellungseröffnung "Lage(bericht) '89“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 26.2.2015, 18.00 Uhr

Vom 26. Februar bis 17. März 2015 zeigt das Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. die eigenproduzierte Ausstellung "Lage(bericht) '89". Ausgangspunkt der Ausstellung waren die Lage- und Stimmungsberichte, die das MfS von Mai bis Dezember 1989 über die Situationen in den Betrieben des damaligen DDR-Bezirkes Magdeburg zusammengetragen hatte. Die Berichte reflektierten sowohl Reaktionen auf die angespannte Versorgungslage, als auch politisch bedeutsame Ereignisse wie die Kommunalwahlen im Mai 1989 und die Entwicklung im Herbst 1989.  
Zur Ausstellungseröffnung am 26. Februar 2015 um 18 Uhr im Veranstaltungsraum (ehem. Gerichtssaal) der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg wird Jörg Stoye, Leiter der BStU-Außenstelle Magdeburg, einen Vortrag zum Thema der Ausstellung halten.

 

Ausstellungseröffnung und Themenabend „Repression in der DDR“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 22.1.2015, 18.00 Uhr

Vom 22. Januar bis 24. Februar 2015 zeigt die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. eine Ausstellung von Arbeiten des Bremer Künstlers Dennis Niedermirtl. In den großformatigen Gemälden und Zeichnungen zum Thema „Repression in der DDR“ hat Niedermirtl auch Eindrücke vom Zellenbau der früheren Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt verarbeitet.

Zur Ausstellungseröffnung am 22. Januar 2015 um 18 Uhr im Veranstaltungsraum (ehem. Gerichtssaal) der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg führt der Künstler in die Ausstellung ein und stellt seine Bilder vor. Umrahmt wird die Ausstellungseröffnung musikalisch durch den Magdeburger Pianisten und Komponisten Wolfgang Mader sowie durch die Vorführung des Videoprojekts „Gewalt“ der Theaterballettschule Magdeburg.