Veranstaltungsrückblick 2014

Eröffnung der Sonderausstellung „SED, wenn Du nicht gehst, dann gehen wir“ und Podiumsgespräch mit Markus Meckel und Waltraut Zachhuber, moderiert von Stephan Dorgerloh 
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 18. November 2014, 18 Uhr

Die Ausstellung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn „SED, wenn Du nicht gehst, dann gehen wir“ dokumentiert die friedliche Revolution in der DDR und den Prozess, der zur deutschen Einheit geführt hat. Das Hauptaugenmerk gilt dabei den Protagonisten der Bürgerrechtsbewegung und stellt die politischen Ereignisse vom Mai 1989 (gefälschte Kommunalwahl) über den Herbst 1989 in der DDR bis zur ersten freien Volkskammerwahl im März 1990 in den Mittelpunkt. Anhand von zeitgenössischen Dokumenten, aufgezeichneten Erinnerungsinterviews mit damaligen Akteuren und Sequenzen aus TV-Beiträgen sollen die damaligen Ereignisse vermittelt und lebendig werden.

Die Ausstellungseröffnung findet am 18. November 2014 um 18 Uhr im Erdgeschoss der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg statt. Sie wird begleitet durch ein von Kultusminister Stephan Dorgerloh moderiertes Podiumsgespräch: Markus Meckel, im Oktober 1989 Mitinitiator der Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR und die Magdeburger Superintendentin i.R. Waltraut Zachhuber diskutieren zum Thema „Bürgerbewegung und Parteien in der Friedlichen Revolution“. Anschließend führt mit Rainer Potratz (Berlin) einer der Ausstellungsmacher in die Sonderausstellung ein.
Wichtiger Hinweis: Für die Veranstaltung zur Ausstellungseröffnung ist die Zahl der Besucher/Gäste durch die Größe des Veranstaltungsraumes im Erdgeschoß der Gedenkstätte begrenzt. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Bis zum 15. Januar 2015 kann die Ausstellung während der normalen Öffnungszeiten der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg im 1. Obergeschoß des Vorderhauses sowie im Sonderausstellungsbereich im Erdgeschoß des Zellentraktes besichtigt werden.

Die Ausstellung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn wird präsentiert in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Sachsen-Anhalt.

 

Bauarbeiten in der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg abgeschlossen 
Die von Juni bis November 2014 andauernden Bauarbeiten zum Erhalt der historischen Bausubstanz im Gefängnistrakt und der früheren Fahrzeugschleuse in der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, die zu Einschränkungen bez. der Besichtigung des Gefängnistrakts und des Innenhofes geführt hatten, sind nunmehr abgeschlossen.
Die Sanierungsarbeiten konnten stattfinden dank einer Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt aus Mitteln der GlücksSpirale von Lotto, wofür sich die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg herzlich bedanken möchte.

 

Neues Besucherleitsystem in der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg
Dank Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt aus Mitteln der GlücksSpirale von Lotto für die Fertigung und Montage verfügt die Gedenkstätte Moritzplatz seit Mitte Oktober 2014 über ein neues Besucherleitsystem, welches Besuchern die Orientierung und das Erschließen der verschiedenen authentischen Bereiche sowie der Ausstellungen im Gebäudekomplex erleichtern soll.

 

Tag des offenen Denkmals 2014
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 14. September 2014, 11.00 und 15.00 Uhr

Am Sonntag, dem 14. September 2014, hat die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg zum Tag des offenen Denkmals von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Zum Programm, veranstaltet vom Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees und der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, gehören zwei Lesungen.

Bereits um 11.00 Uhr liest der gebürtige Magdeburger Herbert Schneider aus seinem Buch „Politische Verfolgung. Häftlingsfreikauf im Kalten Krieg. Demokratie und Menschenwürde.“ Herbert Schneider (Jg. 1948), wurde 1984 nach Repressalien und Inhaftierung von der damaligen Bundesrepublik freigekauft. Jetzt in Duisburg lebend, engagiert er sich u.a. als Zeitzeuge.

Um 15.00 Uhr thematisiert der Autor und Musiker Shanghai (Steffen) Drenger ein Kapitel aus dem Leben nicht angepasster junger Menschen Ende 1988 in der DDR. Sein Buch „MINOL-PIROLS Leben, und nicht leben lassen“ zeigt die Konflikte zwischen Wegwollen und Bleiben, zwischen dem Traum von der eigenen (Punk)-Band in der DDR und der bitteren Realität, die sich durch die Ereignisse auf dem Pekinger Tiananmen-Platz und die Reaktion der offiziellen DDR äußert. Shanghai Drenger (Jg. 1967) hatte im Magdeburg der 1980er Jahre die Härte des Systems selbst erfahren müssen. Untersuchungshaft und Verurteilung für den Musiker der Magdeburger Punk-Band „Vitamin A“ und für seinen Freund und Band-Kollegen ließen ihn als „Verbrecher im größten ostdeutschen Gefängnis“ landen. Heute macht Shanghai immer noch Musik und ist seit 2008 Chefredakteur eines Radiosenders in Weimar.

 

Präsentation einer tänzerischen Umsetzung der Themen Haft- und Verfolgung in der DDR und Tanzperformance „Unnötig“ in der Gedenkstätte Moritzplatz im Rahmen der Magdeburger Kulturnacht „Fliegen Lernen“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 13.09.2014, 18.00 und 20.15 Uhr

Die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg präsentiert im Rahmen der MAGDEBURGER KULTURNACHT FLIEGEN LERNEN die künstlerische Umsetzung von politischer Haft- und Verfolgung in der DDR. Die Präsentation wird um 18 Uhr durch eine filmische Darbietung eröffnet, die sich mit den Erlebnissen eines Magdeburgers, der vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) wegen angeblicher staatsfeindlicher Hetze verhaftet wurde, auseinandersetzt. „Gefangen in einer Zelle ohne Ausweg. Gefangen in den eigenen Gedanken, die sich immer um das gleiche Thema kreisen und sich stetig wiederholen. Gefangen in einer Situation, an der Mann nichts ändern kann, nur warten, dass Jemand was ändert“. Das ist das Thema womit sich die tänzerische Performance von 2 Tänzerinnen der Theaterballettschule Magdeburg auseinandersetzt. In Zusammenarbeit mit einem Zeitzeugen, der in genau dieser Zelle Monate verbrachte und endlos warten musste, dass es weiter geht, ist ein Stück entstanden, das unter die Haut geht. Die Theaterballettschule Magdeburg hat diese Aufführung unter der künstlerischen Leitung von Lena Winkel-Wenke im Zellentrakt der heutigen Gedenkstätte erarbeitet.

Im Anschluss daran tanzt Bettina Essaka, begleitet von Stephan Poetzsch auf der Violine, in der Klang- und Tanzperformance „Unnötig“. Dies ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit den Erlebnissen beider Künstler in der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt. Die Tanz- und Klangperformance beginnt um 20.15 Uhr.

 

Sonderausstellung „Der dunkle Ort“ – das Frauengefängnis Hoheneck
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 2. Sept. bis 11. Okt. 2014

Die Wanderausstellung umfasst 25 Portraits von Frauen, die zwischen 1949 und 1989 aus politischen Gründen in Hoheneck inhaftiert waren. Erstellt von der Heinrich -Böll-Stiftung, unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. (Kooperation Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V., Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg)

 

Sonderausstellung „Grenzverletzung“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 1. bis 30. August 2014

Im Veranstaltungsraum der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg zeigt das Bürgerkomitee Magdeburg e.V. die Sonderausstellung „Grenzverletzung“. Der Berliner Künstler Stephan Elsner führte von Westberlin aus ein Projekt unter dem Titel "Grenzverletzung" durch. Dabei entstanden 38 Durchpausung, desweiteren kam es zu einem Mauerdurchbruch. Die Radikalität von Elsners künstlerischer Umsetzung bewog die Staatssicherheit zum Anlegen einer umfangreichen Ermittlungsakte. Die vom Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg erstellte Ausstellung stellt auf zwölf Bahnen und mit einem dokumentarischen Video den Künstler und sein außergewöhnliches Kunstprojekt vor. 

 

Sonderausstellung „ZIEL: UMERZIEHUNG. Ausstellung zur Geschichte repressiver Heimerziehung in der DDR“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 26.5.2014, 18.00 Uhr

In Kooperation mit der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg und der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau zeigt das Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. vom 26. Mai bis 5. Juli 2014 im Veranstaltungsraum der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg die von der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau erstellte Sonderausstellung „Ziel: Umerziehung. Zur Geschichte repressiver Heimerziehung in der DDR“.
Das gesetzlich festgelegte Erziehungsziel des DDR-Bildungssystems war die Herausbildung „sozialistischer Persönlichkeiten“. Dazu schuf das Ministerium für Volksbildung auch ein System der Spezialheime der DDR-Jugendhilfe. Kinder und Jugendliche, die in die Spezialheime eingewiesen wurden, galten als „schwererziehbar“ oder „verhaltensgestört“. Dehnbare Begriffe, die jegliche Form unangepassten Verhaltens mit einbeziehen konnten. Die gesamte Methodik des Systems Spezialheime war darauf ausgerichtet, durch „Umerziehung“ die Individualität Jugendlicher zu brechen und sie nahtlos in das sozialistische System einzufügen. Zu den Spezialheimen zählten die Spezialkinderheime, die Jugendwerkhöfe, die Durchgangsheime, das“ Kombinat der Sonderheime für Psychodiagnostik und Pädagogisch-Psychologische Therapie“ und schließlich als „letzte“ Instanz der „Geschlossene Jugendwerkhof Torgau“. 1989 befanden sich zwischen 7.000 und 8.000 Kinder und Jugendliche in diesen Spezialheimen.
Die Ausstellung führt auf insgesamt 12 Tafeln in diese Thematik ein und stellt anhand von Fotos, Dokumenten und Begleittexten die Lebenswege von fünf ehemaligen Heimkindern

 

Internationaler Museumstag 2014
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 18. Mai 2014, 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg beteiligt sich gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. am Internationalen Museumstag. Von 10 Uhr bis 17 Uhr werden am 18. Mai 2014 regelmäßig Führungen angeboten. Angesichts des diesjährigen Mottos „Sammeln verbindet …“ stehen bei den Führungen diesmal auch Objekte aus den Sammlungsbeständen beider Einrichtungen im Fokus.

 

Sonderausstellung "Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme"
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 3. April bis 20. Mai 2014

In Kooperation mit dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg e.V. zeigt die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg vom 3. April bis 20. Mai 2014 die Sonderausstellung "Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme".

Die Ausstellung fokussiert auf die Folgen mehrerer sich im Jahr 2014 jährender, die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflussender Ereignisse: den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren, den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren und die friedlichen Revolutionen in Ostmitteleuropa vor 25 Jahren. Sie erzählt eine Geschichte Europas zwischen den Extremen - zwischen Demokratie und Diktatur, Freiheit und Tyrannei. Die Sonderausstellung, die auch per Smartphone abrufbare Audiodateien umfasst, wurde erstellt vom Institut für Zeitgeschichte München/Berlin, Deutschlandradio Kultur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Dr. Katrin Passens zum Thema „Stasi-Untersuchungshaft. Funktion und Entwicklung von 1971 bis 1989“
Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 14. April 2014, 18.00 Uhr

Mehr als 30.000 Menschen waren unter Erich Honecker, dem damaligen Chef der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), von 1971 bis 1989 in Untersuchungshaft beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Das betraf in dieser Zeit allein in den früheren Bezirken Halle und Magdeburg, dem heutigen Sachsen-Anhalt, über 6.000 Männer und Frauen. Fast alle waren von ihnen waren aus politischen Gründen in den MfS-Haftanstalten „Roter Ochse“ in Halle und am Magdeburger Moritzplatz inhaftiert.
In ihrem 2012 erschienenen Buch „MfS-Untersuchungshaft. Funktionen und Entwicklung von 1971 bis 1989“ geht die Berliner Politikwissenschaftlerin Dr. Katrin Passens der Frage nach, welche Rolle diese Haft im Staatswesen der DDR einnahm. Diesbezüglich gab es im Verlaufe der Honecker-Ära durchaus Veränderungen, abhängig z.B. von außen- und innenpolitischen Faktoren. Schon allein die Androhung von Haft wurde von der SED in dieser Zeit massiv als politisches Zwangsmittel genutzt. Dies vor allem als Versuch, die Flucht- und Ausreisebewegung der 1970er und 1980er Jahre einzudämmen. Aber nicht immer zeigte es Wirkung: Viele Ausreiseantragsteller nahmen ihre Verhaftung in Kauf. Auch politische Oppositionelle ließen sich nicht mehr in jedem Fall durch Haftandrohung reglementieren. Zu den Forschungsergebnissen von Frau Dr. Passens äußern sich an diesem Abend auch Herr Dr. Alexander Bastian und Herr Dr. Alexander Sperk, beide Verfasser von regionalen Studien zu den Stasi-Untersuchungshaftanstalten in Magdeburg bzw. in Halle. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Gespräch.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, der BStU-Außenstelle Magdeburg und des Dokumentationszentrums des Bürgerkomitees Magdeburg e.V.